Lëtz prepare! Luc Frieden, Yuriko Backes und Léon Gloden stellen die Ergebnisse der nationalen Umfrage zur Wahrnehmung von Risiken und Bedrohungen vor

Premierminister Luc Frieden, Verteidigungsministerin Yuriko Backes und Innenminister Léon Gloden haben heute die Ergebnisse der nationalen Umfrage zur Wahrnehmung von Risiken und Bedrohungen in Luxemburg vorgestellt. Die Umfrage wurde im Rahmen der Umsetzung der Nationalen Resilienzstrategie (SNR) durchgeführt und stellt einen wichtigen Meilenstein zur Stärkung der Krisenvorsorge des Landes dar.

Vor dem Hintergrund einer außergewöhnlichen Hitzewelle, die zur Ausrufung der roten Warnstufe führte und Behörden sowie Rettungsdienste in besonderem Maße forderte, gewinnt die Vorbereitung auf Krisensituationen zusätzlich an Bedeutung. Diese Lage verdeutlicht, dass Risiken – ob klimatischer, gesundheitlicher, technologischer oder sicherheitsrelevanter Natur – jederzeit eintreten und erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft haben können.

Sie zeigt zugleich, dass Resilienz sowohl vom koordinierten Handeln der öffentlichen Institutionen als auch von der Fähigkeit der Bevölkerung abhängt, sich zu informieren und angemessen zu handeln.

Vor diesem Hintergrund liefern die Ergebnisse der nationalen Umfrage wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Risiken und Bedrohungen von der Bevölkerung wahrgenommen werden und wie gut sie auf Krisensituationen – wie jene der vergangenen Woche – vorbereitet ist.

Die Umfrage wurde unter einer repräsentativen Stichprobe von 1.500 Einwohnerinnen und Einwohnern durchgeführt. Ziel war es, die Risikowahrnehmung, den Informationsstand und den individuellen Vorbereitungsgrad der Bevölkerung besser zu verstehen.

Eine risikobewusste, aber noch nicht ausreichend vorbereitete Bevölkerung

Die Ergebnisse zeigen, dass die Bevölkerung insgesamt gut informiert ist und sich der wichtigsten Risiken – insbesondere von Cyberbedrohungen und wirtschaftlichen Risiken – bewusst ist. Gleichzeitig besteht weiterhin eine deutliche Lücke zwischen diesem Bewusstsein und der Fähigkeit zum konkreten Handeln.

Während sich 85 % der Befragten regelmäßig informieren, gibt nahezu jede zweite Person an, nicht genau zu wissen, wie sie sich im Krisenfall verhalten soll.

Darüber hinaus zeigt die Umfrage:

  • Konkrete und unmittelbar erfahrbare Risiken werden als besonders wahrscheinlich eingeschätzt.
  • Schwerwiegende, jedoch weniger greifbare Risiken wie nukleare Krisen oder militärische Konflikte werden zwar als eher fern wahrgenommen, ihre möglichen Folgen jedoch als gravierend bis katastrophal bewertet.
  • Grundlegende Vorsorgemaßnahmen sind relativ weit verbreitet (Rauchmelder: 71 %, Vorratshaltung), reichen jedoch für größere Krisenlagen häufig nicht aus.

Hohes Potenzial für bürgerschaftliches Engagement und großes Vertrauen in die Institutionen

Die Ergebnisse belegen zudem ein starkes Potenzial für gesellschaftliches Engagement. Eine große Mehrheit der Befragten (86 %) erklärt sich bereit, Nachbarn zu unterstützen oder sich im Rahmen einer zivilen, sanitätsbezogenen oder militärischen Reserve zu engagieren (60 %).

Das Vertrauen in die Institutionen ist insgesamt hoch, insbesondere hinsichtlich der Aufrechterhaltung wesentlicher Dienstleistungen (83 %). Gleichzeitig wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger klarere, schnellere und stärker handlungsorientierte Informationen.

Klar definierte Handlungsschwerpunkte

Auf Grundlage dieser Ergebnisse wird die Regierung ihre Maßnahmen in mehreren prioritären Bereichen verstärken:

  • Verbesserung des Zugangs zu klaren, praxisnahen und mehrsprachigen Informationen;
  • Entwicklung konkreter Instrumente zur Krisenvorsorge (Leitfäden, Notfallkits und Schulungsangebote);
  • stärkere Sichtbarkeit bestehender Systeme wie LU-Alert und anderer Informationsplattformen;
  • gezielte Ansprache junger Menschen und besonders schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen;
  • Förderung von bürgerschaftlichem Engagement und lokaler Solidarität.

Dieser Ansatz folgt einem gesamtgesellschaftlichen Konzept, das Institutionen, Bürgerinnen und Bürger, Gemeinden sowie Wirtschaftsakteure gleichermaßen einbezieht.

Koordinierte Mobilisierung der Regierung

Im Rahmen der Pressekonferenz erläuterten die Regierungsmitglieder die spezifischen Herausforderungen ihrer jeweiligen Zuständigkeitsbereiche.

Der Premierminister betonte die Notwendigkeit, die Widerstandsfähigkeit Luxemburgs gegenüber sämtlichen Krisenszenarien zu stärken, die Kontinuität und Koordination wesentlicher Dienstleistungen sicherzustellen und das Vertrauen in staatliches Handeln dauerhaft zu festigen.

Der Innenminister unterstrich, dass Resilienz eine gemeinsame Aufgabe von Staat, Gemeinden und Bevölkerung ist. Er verwies auf den vom Ministerium veröffentlichten 13-Schritte-Leitfaden zur Erstellung Lokaler Resilienzpläne (PLR), der den Gemeinden dabei helfen soll, ihre Krisenvorsorge weiterzuentwickeln. Darüber hinaus hob er die zentrale Rolle des CGDIS als zivilen Schutzschild der Gesellschaft, die Weiterentwicklung des nationalen Warn- und Informationssystems LU-Alert sowie die Einrichtung von RESC-LU hervor. Diese nationale Reserve spezieller Fähigkeiten soll lokale und nationale Behörden im Katastrophenfall gezielt unterstützen. Sein Appell lautet: Verhindern wir gemeinsam, dass aus einer Katastrophe eine Krise wird.

Die Verteidigungsministerin beleuchtete die Herausforderungen durch sicherheits- und verteidigungspolitische Bedrohungen in einem sich wandelnden internationalen Umfeld und betonte die Bedeutung einer engen zivil-militärischen Zusammenarbeit.

Eine Kultur der Resilienz schaffen

Die Behörden erinnern daran, dass Resilienz eine gemeinsame Verantwortung ist. Sie setzt voraus, dass jede Bürgerin und jeder Bürger informiert ist, vorsorgt und im Ernstfall angemessen handelt.

Wie Premierminister Luc Frieden hervorhob:

"Informiert zu sein genügt nicht – man muss auch wissen, wie man handelt. Resilienz entsteht gemeinsam. Sie hängt von jedem Einzelnen von uns ab."

Zu den nächsten Maßnahmen gehören Informations- und Sensibilisierungskampagnen, die Bereitstellung praktischer Hilfsmittel – darunter der Leitfaden "Lëtz prepare!" – sowie die Förderung von Initiativen zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements.

Ausgangspunkt für künftiges Handeln

Die Umfrage bildet eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der öffentlichen Politik im Bereich der Krisenvorsorge und des Krisenmanagements. Sie wird dazu beitragen, Sensibilisierungsmaßnahmen gezielter auszurichten und die luxemburgische Gesellschaft besser auf künftige Herausforderungen vorzubereiten.

Die Behörden bekräftigen ihren Willen, diesen Ansatz langfristig fortzuführen und die kollektive Widerstandsfähigkeit gegenüber Risiken und Bedrohungen im Sinne einer gemeinsamen Verantwortung weiter auszubauen.

Mitteilung des Staatsministeriums, des Ministeriums für innere Angelegenheiten, der Direktion für Verteidigung und des Hochkommissariats für nationale Sicherheit